„Hello, My Name is“
Der Darstellendes Spiel-Prüfungskurs des Jahrgangs 12 unter der Leitung von Sophie Gittermann nimmt einen Teil ihrer eigenen Identität unter die Lupe – ihre Namen. Die 15 Schüler*innen des Hoffmann von Fallersleben Gymnasiums in Braunschweig erzählen von ihnen, schreiben sie, tanzen sie und lassen uns das Publikum, sie etwas näher kennenlernen.
Erscheint der eigene Name wie in der Stückbeschreibung angedeutet zunächst wie das „Oberflächlichste“, das man von einem Menschen wissen kann, so gelingt es der Gruppe charmant und immer wieder witzig auch die gesellschaftliche Bedeutung von Namen kritisch zu hinterfragen. Unser Name muss laut Gesetz unser Geschlecht widerspiegeln. Also sind wir „Junge oder Mädchen“. Schon hier fragt man sich, wo da die Diversität bleibt. Auch wird die „Ungleichheit von Bildungschancen“ angesprochen. Während manche Namen wohlwollender behandelt werden, ist „Kevin kein Name, sondern eine Diagnose“.
Als roter Faden zieht sich auch die Frage durch das Stück, ob man sein Kind „Özgür“ nennen darf, auch wenn man selbst keinen Bezug zur türkischen Kultur hat. Bildstark und bunt wird gespielt, getanzt und auch gesungen. Ein Höhepunkt des Stückes ist das Namensmedley, welches durch die Namenssongs über Maria, Pocahontas und Cordula zu einem sehr verdienten Zwischenapplaus führte.
Im Laufe des Stückes wird klar, unser Name ist mehr für uns als eine zufällige Buchstabenfolge. Er ist geprägt von den Vorerwartungen unserer Mitmenschen und den eigenen Erfahrungen, die wir mit ihm machen. Bekommen wir Komplimente für unseren Namen, oder wird er immer falsch ausgesprochen? Humorvoll und selbstreflektiert schafft es die Gruppe auch das Publikum dazu anzuregen, über den eigenen Namen nachzudenken.
Interessanterweise richtet sich dieses Stück damit gerade auch an die Elterngeneration der Schüler*innen. Wie kam es dazu, dass sie diesen Namen wählten? Interviews mit den eigenen Eltern zu führen, erfordert eventuell etwas Mut und Überwindung, gibt diesem Stück aber eine große Portion Authentizität.
Vielen Dank, für all das, wofür ihr mit euren Namen steht und einen fulminanten Auftakt der Schultheaterwoche.
geschrieben von Daniel Tiemerding
„Hello, My Name Is“
Dein Name ist das Oberflächlichste und das Persönlichste von dir selbst, du hast ihn nicht selbstbestimmt, er ist ein Teil deiner Identität.
„Hello, My Name Is“ versucht die wahre Bedeutung der Namen der Darsteller:innen herauszufinden und klärt dabei über Vorurteile mit Witz und Ironie auf. Die Frage ist, ob du auch so wärst wie du bist ohne deinen Namen?
Das Theaterstück ist von den Schüler:innen des 12. Jahrgangs des DS-Kurses vom Gymnasium Hoffmann von Fallersleben unter der Leitung von Sophie Gittermann geschrieben worden. Es ist ein sehr gelungenes Werk, das sich humorvoll und tiefgründig mit der Bedeutung und den Auswirkungen des eigenen Namens auseinandersetzt.
Schon zu Beginn des Stücks wird das Publikum in die Welt der Vorurteile und Klischees eingeführt, die mit bestimmten Namen verbunden sind. Die Darsteller:innen zeigten eine beeindruckende Leistung, indem sie auf humorvolle Art und Weise die oft willkürliche Diskriminierung von Namen und die daraus resultierenden Vorurteile darstellen. Besonders hervorzuheben ist die Szene, in der der Name Özgür mit den Herausforderungen und dem Mobbing konfrontiert wird, die sein Name mit sich bringen kann. Diese Darstellung regte zum Nachdenken an und zeigt, wie weit unbewusste Diskriminierung gehen kann. Ebenso überzeugend wie der Name Heiko, der mit Fußball und einer Hecke assoziiert wird. Dies zeigte die Absurdität auf, die Vorurteile haben können. Die Texte waren voller Ironie, was das Stück trotz der ernsten Thematik sehr unterhaltsam machte. Die Darsteller:innen und auch die Regie verdienen besonderes Lob, da sie es schafften, eine gute Balance zwischen Humor und tiefgründigen Themen zu finden. Ein weiterer Höhepunkt war die Diskussion darüber, ob und wie Eltern bei der Namensgebung die möglichen gesellschaftlichen Vorurteile berücksichtigen sollten. Mit den verschiedensten Songs, die einzelne Namen thematisierten, brachte die Gruppe das Publikum zum Mitgrölen.
Insgesamt war „Hello, My Name Is“ ein sehr unterhaltsames und nachdenkliches Stück. Die Schüler:innen des DS-Kurses konnten mit ihrem Engagement und ihrem Talent eine beeindruckende Aufführung liefern, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
geschrieben von Malen, Wilhelm-Bracke-Gesamtschule 11.Jahrgang
„Hello, My Name Is“
Endlich ist es wieder so weit, die 54. Theaterwoche hat begonnen und es geht direkt los mit eindrucksvoller Musikbegleitung der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule am Einlass. Jedoch ist dies nicht das Ende der musikalischen Begleitung. Kurz vor Beginn des eigentlichen Stückes singen Schüler*innen des Gymnasiums Kleine Burg Tom Odells „Another Love“, unterstützt durch exzellentes Klavierspiel.
Dann startet das Stück mit der Frage „Darf ich meinem deutschen Kind einen türkischen Namen geben?“
Das Bühnenbild ist simpel gestaltet mit lediglich einer Leinwand im Hintergrund. Das Stück behandelt das Thema Vorurteile im Zusammenhang mit Namen: Warum ist Peter blond und warum macht Kevin Probleme in der Schule? Wieso ist Laura ein Pferdemädchen? All dies und weitere spannende Fragen, oder doch eher Gesellschaftskritik, werden in diesem Stück auf tänzerische und musikalische Art analysiert. Die Schauspielenden haben passende Outfits mit schwarzen Jeans und bunten Pullovern an. Die Leinwand im Hintergrund zeigt zum Inhalt passende interaktive Inhalte. Durch das professionelle Auftreten der Vorführenden war es unmöglich, die Aufmerksamkeit für das Geschehen zu verlieren. Das Stück wurde mit einer zum Nachdenken anregenden Frage abgeschlossen: Wärst du ein anderer Mensch, wenn du einen anderen Namen hättest?
Zusammenfassend ist dieses Theaterstück sehr lohnenswert, vor allem für diejenigen, die mehr über Namen und deren Bedeutung erfahren möchte.
geschrieben von Levi, Wilhelm-Bracke-Gesamtschule 11.Jahrgang
