Rezension zu „Zeit, dass sich was dreht“

Rührende Artistik

Erst einer, dann zwei, dann drei Clowns schauen zu Beginn mehrmals vorsichtig durch den Vorhang, bevor sie sich auf die Bühne trauen und den Beginn des Stückes moderieren, in welchem sich alles und jede*r dreht.

Die inklusive Gruppe Holterdipolter von der Peter-Pan-Schule Wolfsburg beschäftigte sich körperlich und thematisch mit dem Drehen und inszenierte ihre Ergebnisse in Form einer turbulenten Zirkusshow.

Zunächst zeigten zwei der Spieler*innen, von denen einer in einem Rollstuhl saß, ein rührendes Tanzduett, das aufgrund seiner Einfachheit begeisterte. Anschließend wurde Grönemeyers Song ‘Zeit, dass sich was dreht’ eingespielt, zu welchem viele sich drehende Choreos bei den Spieler*innen zu beobachten waren. Als Höhepunkt wurde eine riesige aufblasbare Erde auf die Bühne geholt und von allen Spieler*innen gedreht.

Die Besonderheit dieser Inszenierung wurde am Ende durch ein Zitat zum Thema Inklusion zum Ausdruck gebracht, das sinngemäß aussagt, dass Inklusion nur funktionieren könne, wenn man sie als Prozess begreife. Und die Erde könne sich nicht weiter drehen, wenn jemand ausgeschlossen werde.

Die strahlenden Gesichter der jungen und älteren Spieler*innen steckten das Publikum mit ihrer Freude an, vereinzelt wurde vor Rührung eine Träne verdrückt. Nach der Aufführung blieb die Frage: Warum ist so ein Austausch nicht überall allen möglich? Der Titel “Zeit, dass sich was dreht” spielt hier schlussendlich darauf an, dass Veränderungen notwendig sind und dass sie Zeit benötigen.

Anna Konrad

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