Rezension zu „Freeze it“

Montag Morgen — die 50. Schultheaterwoche startet und vor dem Kleinen Haus des Staatstheaters bereiten sich die DS-Kurse des 11. Jahrgangs der IGS Franzsches Feld — kaum zu erkennen in einheitlichen schwarzen Kostümen und bunt bemalten Gesichtern und Badekappen — auf ihre Performance Freeze it vor. Zuschauer*innen und zufällig vorbeikommende Passant*innen werden von den Performer*innen umzingelt und begrüßt. In ihren Rollen suchen sie die Nähe zu den wartenden Zuschauer*innen und begrüßen diese, knien sich vor sie, bieten ihnen bunte Bonbons an oder führen herzliche und begrüßende Gesten aus. Dabei verharren sie in ihren Posen und laufen plötzlich freudig weiter, um andere Menschen zu begrüßen.

‚Was ist denn hier los?‘ fragten sich sicher nicht nur wir als zuschauende Schüler*innen, sondern auch die reichlichen Passant*innen, die zufällig am Kleinen Haus vorbei liefen. Die Spieler*innen der IGS Franzsches Feld fielen uns in ihren klug gewählten Kostümen sofort auf und zogen alle Aufmerksamkeit auf sich. Je näher die Performer*innen einem kamen, desto unsicherer wurde man was einen jetzt erwartet. Doch dank der freundlichen Gesten und süßen Bonbons verlor sich die Berührungsangst schnell. So schafften sie nicht nur große Aufmerksamkeit für sich und ihre Performance, sondern auch für die anstehende 50. Schultheaterwoche, wobei die Performer*innen dabei das Motto ‚kein bisschen leise‘ auf den ersten Blick ignoriert haben — von ihnen kam nämlich kein Pieps. Die Spielhaltung erinnert vor allem auch durch die starken Posen und die geschminkten Gesichter an Pantomimen. Die begrüßenden Posen waren dabei klug gewählt, hätten jedoch von den Performer*innen noch länger gehalten werden können – ganz im Sinne des Titels Freeze it!

So wäre die Kontrastwirkung zwischen den Performer*innen und dem Publikum nicht nur durch Kostüm und Maske, sondern auch durch Körperlichkeit und szenische Darstellung noch deutlicher geworden. Und trotzdem war es eine laute und bunte Performance, die einen tollen Einstieg in die Schultheaterwoche schaffte.

geschrieben von Schülerinnen des Darstellendes Spiel Kurses 12/13 der Wilhelm Bracke Gesamtschule

 

 

Zitronenbonbons für alle

Zum musikalischen Auftakt des dritten Festivaltages versammelte sich das Publikum im Freien vor den Toren des Kleinen Hauses. Vom Schloss kommend strömten die Spieler*innen der DS-Kurse des 11. Jahrgangs der IGS Franzsches Feld auf die zunächst überraschten Zuschauer*innen zu, um sich dann schweigend in einer Art Raumlauf zwischen jenen zu bewegen. Die Spieler*innen trugen alle schwarze Kleidung, die Gesichter leuchteten durch die bunten Farben, mit denen ihre Gesichter geschminkt waren. Mit einem Musikwechsel traten die Spieler*innen in Kontakt zu den anwesenden Zuschauer*innen und vorbeigehenden Passant*innen.

Auf der geöffneten Handfläche wurde ein Zitronenbonbon präsentiert, das man als Beschenkter selbst entgegen nehmen sollte, währenddessen froren die Spieler*innen ein. Besonders war dabei der intensive Blickkontakt, den die Spieler*innen zum Zuschauer hielten, der jede der kurzen Begegnungen zu einem persönlichen stummen Austausch werden ließ.

Laut Spielleitung (Angelika Bethke und Konstantin Hilpert) war dies die erste performative Theatererfahrung der Gruppe -– das konnte man ihnen allerdings nicht anmerken.

Statusunterschiede, Konsumkritik, Produktion und Konsum (von Kunst) – die Performance ließ viele Interpretationen offen und zwang den Betrachtenden so zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit dem Gesehenen.

Die Nutzung des Raumes außerhalb der Sicherheit der Theaterbühne, der Mut auf fremde Menschen zuzugehen, Kunst im Stadtraum zu machen – all das machte “Freeze it” zu einem gelungen Tageseinstieg.

Anna Konrad

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