Rezension zu „What if my head will collapse?“

Die Flucht vor dem alltäglichen Leben – „ What if my head will collapse? 

Was tun Schüler eigentlich gegen den alltäglichen Stress? Wie einfach lassen sich diese ablenken? Und was für eine Rolle spielt der Stress in ihrem Leben?

All diese Fragen werden durch eine bildliche und körperliche Darstellung des Theaterkurses des Gymnasium im Schloss aus Wolfenbüttel dargestellt. Am Donnerstag, den 06.06.2024 stellten diese ihr Stück „What if my head will collapse?“ bei der diesjährigen Schultheaterwoche in Braunschweig vor. Unter der Führung von Frau Jill Bahadir performten diese ihr Stück im Roten Saal des Schloss Braunschweig. Das Stück hatte eine Länge von ungefähr dreißig Minuten. Zur Darstellung des Stückes wurde eine leere, schwarze Bühne genutzt, welche durch eine ausdrucksvolle Nutzung verschiedener Lichtfarben und Choreografien gestaltet wurde.

Die Dauer des Stückes war zwar recht kurz, jedoch wurde die Zeit effektiv genutzt, wodurch dennoch ein deutlich erkennbarer Bezug zum Titel und der Beschreibung des Stückes erreicht wurde. Nach seiner Beschreibung stellt dieses Stück dar, wie eine Personengruppe versucht den Druck des Alltags zu entkommen, jedoch durch dessen Pflichten immer wieder daran erinnert wird, dass sie sich dies eigentlich nicht erlauben dürfte.

Zum Anfang der Darstellung wurde kurz gezeigt, wie das tägliche Leben eines Schülers abläuft: aufstehen, Schule, aufstehen, Schule und immer so weiter. Jedoch war zu erkennen, wie die Darsteller*innen jeden Tag mehr Stress durchmachen und es ihnen immer schwerer fällt, am Ball zu bleiben. Plötzlich erscheint ein helles Licht, welches mit einem Engelsgesang unterlegt wurde. Die Schüler*innen fühlten sich zu ihm hingezogen und nahmen dies, wie ein Ei, behutsam auf. Nach einem Aufruf „Lasst uns etwas spielen“ herrschte Freude. Alle tanzten und waren glücklich. Mit der Zeit bildeten sich jedoch zwei Gruppierungen. Eine Gruppe (auf der linken Seite) schien ein Brettspiel zu spielen, welches durch die andere Gruppierung (der rechten Seite) beobachtet wurde. Diese schienen es sehr unterhaltsam und spannend zu finden, was man durch ihre Mimik und Gestik erkannte. Während der „Freude-Szene“ gab es immer wieder Unterbrechungen durch Lichtwechsel. Eine blaue Färbung des Lichtes sorgte für Angst und eine rote Färbung für Aufgebrachtheit. Verschiedene Lichter führten zu unterschiedlichen Szenen, wobei die Personen immer wieder durch ängstliche Blicke auf ihre Schulranzen (im Hintergrund) darauf zurückgewiesen wurden, dass sie eigentlich noch vieles anderes zu tun hätten. Die „Erinnerungsszenen“ wurden von einer aufgedrehten Form des Liedes „Where is my Mind“ geprägt, welches meiner Meinung nach genau perfekt ist, um an die eigentlichen Pflichten zu erinnern.

Der Aufbau des Stückes war recht simpel. Es gab keine unterschiedlichen Rollen und es wirkte so, als würden alle Personen das gleiche erleben (nur auf eine unterschiedliche Art und Weise). Dies wurde wahrscheinlich auch durch die uniformen, schwarzen Bekleidungen der Spieler*innen erzeugt. Mir persönlich gefiel, dass das vorliegende Stück eher abstrakt dargestellt wurde, da man dadurch erst nach genauerem,  späterem Nachdenken die Handlung der Aufführung versteht.

Jedoch wurde in dem Stück kaum gesprochen, weshalb man nicht direkt verstand, was all das im Stück bedeuten sollte. Ich hätte mir somit gewünscht, dass einem direkter erklärt wird, was genau passiert. Das Licht und die Choreografien sorgten gelungen dafür, zu erkennen, welche Stimmung gerade im Geschehen herrscht. Eindruckensvoll finde ich zudem die Klaviereinlage im Stück, welche tatsächlich echt war und nicht nur über die Boxen gespielt wurde. Außerdem waren die Schauspieler*innen sehr konzentriert, ließen sich nicht durch Außenpersonen ablenken und wirkten sehr ernst.

Zusammenfassend finde ich dieses selbstverfasste Stück sehr gelungen, da es durch theatrale Mittel wie Licht, Raumebenen, Choreografien und neutrale, zum Stück passende Blicke perfekt dargestellt wurde. Für jedermann, der Theater auch als Darstellungsweise realer Themen sieht, kann ich dieses Stück nur empfehlen.

Abschließend spreche ich hiermit ein Lob an den Theaterkurs des 10. Jahrgangs und dessen Spielleiterin aus, euer Stück wirkte nämlich sehr professionell!

geschrieben von Max von der Henriette-Breymann-Gesamtschule

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