Von Drache, Prinzessin und Freunden fürs Leben
“Zu-ga-be, Zu-ga-be” tönt es durch das voll besetzte Kleine Haus und schon ist das Orchester wieder bereit, schon tanzen Prinzessin Mira, der Drache Kenyo und der gesamte Hofstaat wieder ausgelassen über die Bühne.
Nach erfolgreichen Aufführungen in der Brunsviga im November setzte die Gruppe der Grundschule Comeniusstraße unter der Leitung von Juliane Vowinckel und Lukas Bessel am Donnerstagabend den Schlusspunkt für die 54. Braunschweiger Schultheaterwoche. Mit dem aufwendig produzierten Musical „Mira und der Drache“, welches eigens für die Grundschule geschrieben wurde, begeisterten die Darsteller*innen, ein Chor sowie ein 30-köpfiges Orchester (Leitung Günther Westenberger) Groß und Klein.
Doch erstmal zurück auf Anfang. Prinzessin Mira (auf keinen Fall Prinzessin Mirabella!) ist einsam. Ihr Vater lässt sie aus Angst vor dem im Wald lauernden bösen Drachen nicht aus dem Schloss heraus und die Gesellschaft ihrer Kuscheltiere wird ihr langsam zu langweilig. Mira will schließlich echte Abenteuer erleben!
Die von ihrem Vater vorgeschlagenen Freunde – eine Prinzessin, die nur Selfies und Social Media im Kopf hat, und ein Prinz, der Mira erzählen will, dass Ballspielen nichts für Mädchen sei (Pahh, so ein Quatsch!) – taugen nichts. Und auch der Roboter Robo-V-43, welcher für einige Lacher im Publikum sorgt und besonders stimmlich toll gespielt wird, ist nicht der Freund, den Mira sich für gemeinsame Abenteuer wünscht.
Über ein Seil gelingt Mira jedoch die Flucht aus dem Schloss und im magischen Zauberwald trifft sie auf allerhand Neues. Waldelfen versorgen sie mit allem, was sie braucht, und der Chor aus Zauberbäumen, Kobolden und Elfen beruhigt sie: „Mira du musst nicht traurig sein, im Wald bist du niemals allein.“ Die Szene im Zauberwald ist sowohl musikalisch als auch atmosphärisch eines der Highlights des Musicals und wird vom Publikum mit einem Szenenapplaus bedacht.
Lobend seien an dieser Stelle auch die aufwendig gestalteten Kostüme erwähnt. Kreativ, bunt und kindgerecht erzeugen diese ein tolles Gesamtbild und ziehen das Publikum mitsamt den liebevoll gebastelten Requisiten und dem Bühnenbild förmlich in die Geschichte hinein.
Nach ihrer Begegnung mit den Elfen trifft Mira in einer dunklen Höhle auf – oh Schreck – den Drachen Kenyo. Dieser entpuppt sich jedoch als ebenso einsam und unverstanden wie Mira und die beiden schließen schnell Freundschaft.
Doch der Hofstaat des Königs ist schon im Zauberwald unterwegs, um Mira aus den Klauen des vermeintlich gefährlichen Drachens zu befreien. Unter der Führung des Königs, dessen Rolle übrigens äußerst selbstbewusst und lebendig gespielt wird, dringen sie immer weiter in den Wald vor und wollen gerade kampfbereit die Waffen zücken, als sie schließlich auf Mira und den Drachen treffen. Doch nanu, wo sind denn die Waffen hin? Heimlich haben die Waldelfen sie durch Blumen ausgetauscht und so das drohende Unheil verhindert. Als Mira sich schützend vor den Drachen stellt, muss auch der König einsehen, dass die von ihm gefürchtete Bestie in Wahrheit ein freundliches, abenteuerlustiges Wesen ist. Mira und der Drache sind nun Freunde fürs Leben, wie sie beschließen, und der ganze Hofstaat feiert: „Es lebe Prinzessin Mira, es lebe der König, es lebe der Drache.“
Und so ist am Ende die Freude bei allen groß und die 54. Schultheaterwoche geht mit diesem zauberhaft bunten Abend ausgelassen zu Ende. Mit einem Musical-Spektakel bestehend aus qualitativ hochwertiger Live-Musik, lebendigen Darsteller*innen und einer kurzweiligen Geschichte mit toller Botschaft macht die Grundschule Comeniusstraße Lust auf mehr – Kommt gern wieder!
geschrieben von Franca Kunović
