KOKON
Wir sind die Generation Bauchgefühl – Aber wer bin ich eigentlich und wo möchte ich hin? Der 12er Darstellendes Spiel Prüfungskurs der Sally-Perel-Gesamtschule unter der Leitung von Franziska Baumgartner stellt sich und dem Publikum die großen Fragen, die uns alle beschäftigen. In schwarzen Kostümen und Glitzer-Accessoires nehmen die Spielenden die sonst leere Bühne für sich ein. Dabei wird das Publikum in der ausverkauften Brunsviga auf eine spannende Reise durch selbst entwickelte Szenen und Bilder mitgenommen. Es werden dabei ebenso ganz persönliche Erfahrungen wie große Probleme und Themen einer Generation aufgezeigt.
Die Jugendlichen erzählen in authentischen, tiefgründigen Texten sowie bewegenden Choreografien und live gesungenen Liedern. Es geht um Zukunftsängste, Gefühle der Machtlosigkeit im Chaos unserer schnellen Zeit und den Versuch, aus Erwartungen auszubrechen. Wir erfahren aber auch von Wünschen, Träumen und Hoffnungen für die Zukunft. Dabei findet KOKON immer neue, geeignete Darstellungsformen für die relevanten Themen des Erwachsenwerdens.
Eine Party bis zum Umfallen. Dann der Morgen danach mit einer Choreografie in Katerstimmung. Das Auf und das Ab unserer Zeit könnte kaum besser beschrieben, oder eher gesagt betanzt werden. Die Figuren wachsen im dauerhaften Krisenzustand auf. Gleichzeitig fühlen sie sich machtlos, wollen etwas ändern. Aber wo beginnen? Halt finden ist oft nur in der Gruppe, unter Freund*innen, oder in der Familie möglich. Manchmal hilft nur Rauchen und Zuschauen.
Da Worte alleine diese Gefühle nicht zum Ausdruck bringen könnten, nutzen die Jugendlichen ihre Körper in ausdrucksstarken Choreografien. Die schnellen Schnitte zwischen den einzelnen Szenen erinnern dabei oft an einen TikTok Feed, bei dem es endlos weiter geht und immer schon das nächste Video mit einem neuen Inhalt wartet. Das Publikum wird dadurch an die Grenzen der Überforderung gebracht.
Die Gruppe präsentiert sich extrem spielstark, mutig sowie ehrlich und es ist in jedem Moment des Stückes deutlich, dass sie hinter ihren Szenen stehen und wissen, wovon sie berichten. Sie vertrauen einander auf der Bühne ebenso wie ihrem Stück. Nicht zuletzt deshalb ist es erleichternd zu hören, dass sie trotz allen Problemen auch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, stolz auf Errungenschaften sind, alt werden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen.
Am Ende bleiben viele Fragen offen und das Publikum wird aufgefordert, die Welt mitzugestalten. KOKON ist ein Theaterstück, das noch lange nachwirkt. Metamorphose ist eben wirklich fucking anstrengend. Wird die Zukunft pink? Zu wünschen ist es den 14 beeindruckenden Spieler*innen. Aufgeben ist keine Option. Tosender Applaus.
geschrieben von Merlin Mölders
Metamorphose und Teenager?
„KOKON – Metamorphose ist fucking anstrengend“, so heißt das selbst verfasste Stück des 12. Jahrgangs der Sally-Perel-Gesamtschule.
Es vermittelt durch Gesang, Schauspiel und Tanz auf einer sehr emotionalen Ebene die Metamorphose der heutigen Generation. Wie ist das Leben als Teenager in der heutigen Zeit? Kann ich meine Ziele und Träume wirklich erreichen? Bin ich so, wie ich bin, genug?
Durch die Abwechslung von Tanz, Dialogen und direkter Interaktion mit dem Publikum gestaltet sich die etwa 45 Minuten lange Aufführung sehr lebendig.
Das Thema rund ums Erwachsenwerden macht vielen Teenagern Angst. Diese persönlichen Ängste bringen die Schauspieler:innen mit hinein. Die Darstellung der heutigen Generation gelingt dem Kurs sehr gut. Durch das Nutzen der verschiedenen Bühnenebenen, glitzernder Kleidung, welche magisch wirkt und Gefühlen, die durch Körpersprache und Mimik großartig ausgedrückt werden. Angesprochen werden in dem Stück direkt die Teenager, sodass jüngere Kinder vielleicht nicht so viel mit der Inszenierung anfangen können. Sie würden die Message nicht verstehen.
Alles in allem handelt es sich um eine sehr gelungene Darstellung, welche zum Nachdenken anregt und zu Tränen rührt, da man sich als Teenager sehr verstanden fühlt. Nicht zuletzt ist das Stück vielleicht auch eine Hilfe für die Erwachsenen, um ihre Kinder besser zu verstehen.
Geschrieben von Johanna, Wilhelm-Bracke-Gesamtschule 11.Jahrgang
