Rezension zu „Aktenzeichen OBS… ungelöst“

Am Ende ist es immer der…?

Chips essend und Cola trinkend sitzen drei Menschen auf ihrem Sofa. Sie warten auf ihre Lieblingssendung, die gleich anfängt: „Aktenzeichen OBS… ungelöst“. Und wie immer sehen sie dort „Die unüblichen Verdächtigen“…

Der WPK Kunst (DS) Jg. 7/8 der Oberschule Lehre präsentiert unter der Leitung von Sebastian Alexander und Nina Schindehütte dem zahlreich erschienenen Publikum ihr selbstverfasstes Theaterstück im Kleinen Haus des Braunschweiger Staatstheaters. Die Zuschauenden werden im wahrsten Sinne „Zeuge“ von mehreren Kriminalfällen, über die in der TV-Sendung „Aktenzeichen OBS… ungelöst“ berichtet wird: z.B. einem Diamantenraub im Landesmuseum Braunschweig, einem Überfall der Lehrschen Bank oder einem Diebstahl in der Eisenbahn. Aber wer steckt dahinter? Immer wieder taucht da diese schrullige alte Dame auf… Verdächtig, verdächtig!

Im Studio wird derweil vom spießigen Moderator ein Flachwitz an den anderen gereiht, sein davon genervter Co-Moderator regt sich über das Gendern auf, eingeladene Expert*innen (Ups, ist das in Ordnung, Herr Moderator?) versuchen, hilfreiche Tipps zu geben und es werden Phantombilder von verdächtigen Personen mit  „Haaren, Nase, Augen und Ohren“  gezeichnet.

Die einzelnen live übertragenen Verbrechen sind als Sketche angelegt, in denen im Fischladen plötzlich skurril getanzt wird oder in denen der Bankräuber darauf hingewiesen wird, dass die mitgebrachte Plastiktüte den Tieren im Meer schade. Als Fluchtfahrzeug solle er zudem das Fahrrad benutzen, damit sein ökologischer Fußabdruck besser sei. Die Dialoge sind mit Witz geschrieben und werden von den jungen Darsteller*innen (Schon wieder… sorry, Herr Moderator) mit Freude gespielt. Im Publikum wird viel gelacht! Häufig gibt es für besonders gelungene Sketche Szenenapplaus.

Die Live-Übertragung von „Aktenzeichen OBS… ungelöst“ ruckelt nicht, allerdings ruckelt es etwas an „handwerklicher“ Stelle: Manch Übergang bzw. Umbau könnte geschickter gelöst werden (auf der Bühne ist genug Platz, um z.B. ein TV-Studio dauerhaft stehen zu lassen), manch Spiel könnte stärker nach vorne zum Publikum ausgerichtet werden, damit man die Spielenden akustisch besser versteht, manch Szene könnte länger ausgespielt werden.

Und trotz dieses Ruckelns erfahren wir am Ende zum Glück, dass es tatsächlich die alte Dame war, die sich als Tony Soprano-Verschnitt entpuppt. Wie bereits gesagt: Verdächtig, verdächtig! „Das Leben kommt auf alle Fälle aus einer Zelle, doch manchmal endets auch – bei Strolchen – in einer solchen. Und jetzt abschalten!!“ Aber nicht bei der OBS Lehre!

Christian Krüger

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