Rezension zu „Was ist Glück für mich und für dich?“

“Ich bin das Glück… Sie suchen mich, aber finden mich nicht”. Dieser zentrale Satz fällt früh in dem ideenreichen Stück der AG Darstellendes Spiel des Gymnasiums Raabeschule. Die zehn Schülerinnen der Jahrgänge 6 bis 10 unter der Leitung von Janet Kirsch präsentieren ihre selbst verfasste Szenencollage mit Witz, Herz und Ensemblegeist. Letzterer zeigt sich besonders in den flüssigen und ausdrucksstarken Choreografien, die mal ruhig und getragen, mal zackig-aggressiv und schließlich auch fröhlich und mitreißend angelegt und ausgespielt werden. Das Repertoire an theatralen Möglichkeiten, welches die ambitionierten Spielerinnen nutzen, ist bunt gemischt und abwechslungsreich arrangiert: Dialogszenen, Einbezug des Publikums, Tanzeinlagen und Audioeinspieler werden sinnvoll zu einer dynamischen Dramaturgie komponiert, die dem Publikum Lacher und Szenenapplaus entlocken. Es macht Spaß, von dem sympathischen Ensemble aufgefordert zu werden, sich durch Aufstehen oder Sitzen zu positionieren, so dass ein humorvolles Soziogramm im Publikum entstehen kann und endlich Antworten gefunden werden auf die Frage “Was ist Glück für mich und für dich?” Ist es, Socken unter den Sandalen zu tragen, Nutella mit Butter zu essen oder dem Meeresrauschen zu lauschen? Bildstark und mit versierter technischer Unterstützung wird das Thema atmosphärisch auf die Bühne gebracht und durch kreative Findungen, wie Posing auf dem Bobby-Car oder eine Fahrradkonstruktion aus Regenschirmen, kommentiert.

Unter den vielen möglichen Ursachen des Glücks offenbart die Aufführung letztlich Folgendes: Glück und Spiel greifen Hand in Hand ineinander.

geschrieben von Sebastian Schrader

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