Rezensionen zu „Tintenherz – ein Musical“

Tintenherz trifft Herzblut

Nanu? Zwei Lehrerinnen betreten die Bühne, lesen in einem Buch, treffen sich „rein zufällig“ und unterhalten sich über die – auch für viele junggebliebene Erwachsene faszinierenden – Fantasyromane „Tintenherz“ und „Tintenblut“ von Cornelia Funke. Ach so – das ist „nur“ die Einleitung für das dann folgende Musical, das der Romanvorlage „Tintenherz“ folgt und unter der Spielleitung von Anke Wieland und Patricia Prang mit der Musical-AG der Grundschule Destedt inszeniert wurde.

Wenn danach auf der Bühne das Licht angeht und den Blick freigibt auf die liebevoll kostümierten Zweit-, Dritt- und Viertklässler*innen und ein genauso buntes wie aufwändig und ideenreich gestaltetes Bühnenbild, dann lehnt man sich als Zuschauer*in entspannt, amüsiert und bereits jetzt schon gerührt in seinem Stuhl zurück und kann sicher sein, auf unterhaltsame Weise in die Welt der Fantasie entführt zu werden.

Mit viel Liebe zum Detail wird in den 35 folgenden Minuten die bekannte Geschichte von Meggie, Vater Mo, Mutter Teresa (samt einer Katze), Staubfinger und Bösewicht Capricorn erzählt und natürlich auch besungen. Tatsächlich ist es gelungen, die komplexe Handlung auf wesentliche Szenen zu reduzieren und sie einfallsreich miteinander zu verknüpfen. Dabei wird auf manche Figur aus dem Original verzichtet – so zum Beispiel Großtante Elinor mit der riesigen Büchersammlung –, aber es gibt auch neu eingefügte Figuren und Charaktere, wie beispielsweise Meggies Freund Tom und Hündchen Kessie, Piraten und Piratenbraut, und nicht zuletzt das als Raupe verkleidete Kind, das mit einem Handkarren voller Bücher an anderer Stelle des Stücks die Bühne betritt und sich passend dazu als Bücherwurm entpuppt. Dass es im Hauptmotiv um Bücher geht, wird schnell auch durch das Lied „Ich liebe Bücher über alles“ deutlich, an dem immer alle Spieler*innen beteiligt sind und das sich – dreimal gesungen – wie ein roter Faden durch das gesamte Stück zieht.

Urkomisch wird es, als auch das Lied „Alles nur geklaut“ von den Prinzen seinen inhaltlich passenden Platz findet und durch eine mit aufblasbaren Gitarren unterstützte Gesangseinlage gekrönt wird. Da ist ein Zwischenapplaus fällig!

Zu jeder Zeit sind alle Spieler*innen präsent und eingebunden, denn außer der Beteiligung an den musikalischen Einschüben ist jedem Kind in seinem besonderen Kostüm auch eine mindestens kleine Rolle zugewiesen. Von angestrengter Konzentration auf Text und Choreografien bis hin zu einer total gelebten Rolle ist alles vertreten, sodass den Kindern ihre Spielfreude durchgehend anzusehen ist. Schade, dass der Gesang manchmal von der lauteren Musik übertönt wird.

Besonders bemerkenswert ist auch die Idee zur Umsetzung der Schnittschnelle zwischen Realität und Fantasie, zwischen Meggies Welt und der Tintenherz-Welt: In der Buchkulisse im Hintergrund des Bühnenbilds öffnet sich eine Tür, durch die die Spieler*innen zwischen den verschiedenen Welten wechseln können.

Natürlich fehlt zum Schluss das Happyend nicht, aber das gerät ein Stück weit wieder in Vergessenheit, als die Gruppe als Zugabe noch einmal das Prinzen-Lied zum Besten gibt und damit seine Zuschauer*innen ein letztes Mal begeistert.

Babette Burgtorf

Mit ihrem Musical zum Jugendroman „Tintenherz“ zeigt die Musical AG der Grundschule Destedt am vierten Tag der Schultheaterwoche nicht nur, dass sie Bücher über alles liebt, sondern singt sich mit dem gleichnamigen Lied auch in die Herzen aller Zuschauer*innen.

Den Grundschüler*innen gelingt es durch viel Liebe zum Detail, einen ausverkauften Saal in ihren Bann zu ziehen und für eine gute halbe Stunde in eine Zauberwelt zu entführen. Dies wird unter anderem durch das aufwendig gestaltete Bühnenbild mit einer Lagerfeuerstätte, einer Leseecke und als Highlight einem Büchertor als Pforte zwischen Realität und Lesewelt unterstützt.

Das spannende Befreiungsabenteuer wird überwiegend gesanglich von den Schüler*innen erzählt, aber auch gezielt medial durch filmische Projektionen, sowie durch rhythmische und tänzerische Elemente von den Kindern visualisiert. Hierbei stimmen die Grundschüler*innen nicht nur Töne an, die direkt ins Ohr gehen, sondern greifen auch auf altbekannte Lieder zurück, die zum Mitsingen einladen.

Durch die Vielfalt an Charakteren mit authentischen Kostümierungen gestaltet die Spielleiterin das Musical als ein echtes Gemeinschaftsprojekt, in dem jedes Kind seinen Platz findet und so zur erfolgreichen Umsetzung beiträgt. Dabei stehen nicht nur die Hauptcharaktere der Geschichte im Vordergrund, sondern es tragen auch andere interessante Persönlichkeiten, wie ein Bücherwurm mit Bollerwagen oder Schurken mit Luftgitarren, zur Unterhaltung bei.

Mit dieser vielfältigen Inszenierung schaffen es die Cremlinger Grundschüler*innen sicherlich, die Lesefreude bei dem einen oder der anderen wieder zu entfachen, denn – wie es sich auch als roter Faden durch das ganze Stück zieht: Lesen ist etwas Tolles!

Jana Hemmelskamp

“Ich liebe Bücher über alles!”

Das Leitmotiv des Musicals Tintenherz der Grundschule Destedt ist ein echter Ohrwurm.

Meggi würde so gern eine Geschichte von ihrem Vater Mo vorgelesen bekommen, doch dieser weigert sich. Aus gutem Grund, wie Meggi und ihr Freund Tom von Staubfinger, einem Wesen aus dem Buch Tintenherz, erfahren. Meggis Vater Mo, der auch Zauberzunge genannt wird, besitzt die Fähigkeit, Personen aus Büchern heraus- und im Gegenzug Personen aus der realen Welt in Bücher hineinzulesen. So geschah es auch mit Meggis Mutter und deren Katze, die zufällig in den Roman Tintenherz hineingelesen wurden, während der Schurke Capricorn herausgelesen wurde. Auf der Suche nach Capricorn entdeckt Meggi, dass auch sie in der Lage ist, Dinge aus Büchern heraus bzw. Dinge in Bücher hineinzulesen.

Noch vor Beginn fällt das gut durchdachte und liebevoll gestaltete Bühnenbild auf. Durch wenige Requisiten wird die Bühne in Wald, Wohnzimmer und Bücherwelt unterteilt. Im Mittelpunkt steht ein übergroßes, aufgeschlagenes Buch, durch welches die Schüler*innen von der Welt im Buch ins Hier und Jetzt wechseln können. Zusätzlich werden die verschiedenen Spielorte durch eine farblich unterschiedliche Beleuchtung voneinander abgegrenzt, wodurch die Zuschauer*innen der Geschichte folgen können, während sie den Liedern der Schüler*innen lauschen.

Mit viel Liebe zum Detail hat die Grundschule Destedt die Geschichte Tintenherz spielerisch, tänzerisch und akustisch inszeniert, welche beim Zuschauer nicht nur aufgrund ihres Liedes “Ich liebe Bücher über alles” im Gedächtnis bleibt.

Michelle Herbert

 

Mein Herz schlägt höher

„Ich liebe Bücher über alles“, sangen die Spieler*innen der Musical-AG der Grundschule Destedt. Sie führten im Kleinen Haus das Stück „Tintenherz – ein Musical“ auf. Die ganze Aufführung über zeigten die Spieler*innen mit klarer Aussprache, eindrucksvollem Gesang und zum Teil großem schauspielerischen Können ihr Talent. Sie nahmen die Zuschauer*innen mit auf die Suche nach dem Schurken Capricorn. Dabei lasen sie aus einem mittig auf der Bühne positionierten überdimensionierten Buch Figuren heraus und wieder hinein, wie in der zugrundeliegenden Geschichte von Cornelia Funke. Besonders das Lied „Alles nur geklaut“, gesungen von der Schurkenbande, riss das Publikum mit. Die Spieler*innen gaben mit Head-Banging und Luftgitarre alles. Mit viel Spielfreude, großen Gesten und starken Emotionen überzeugten die Spieler*innen. Die liebevoll gestalteten Kostüme und das fantasievolle Bühnenbild mit geschickter Raumnutzung bildeten den perfekten Rahmen.

Mein Herz schlägt höher für die Stars von morgen!

Maria Reminghorst-Fehn

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close