Rezension zu „Hexe Backa Racka“

Hexe gut, alles gut?

Mit viel Spielfreude, beeindruckender Textsicherheit und klarem Chorgesang begeisterte der Chor der Grundschule Adenbüttel sein Publikum mit der Aufführung des musikalischen Theaterstücks „Hexe Backa Racka“. Unter der Spielleitung von Thomas Gottschlich, Fabienne Beddig-Koch, Ulrike Manske und Laura Anton entstand eine liebevoll inszenierte Produktion, die das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zog.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Hexe Backa Racka, eine der letzten ihrer Art. Ihr Leben ist alles andere als aufregend: Ohne Hexenkraft und ohne echten fliegenden Besen plätschert ihr Alltag dahin – sehr zum Leidwesen ihrer beiden Raben, die sich ebenfalls nach etwas mehr Zauber sehnen. Doch als sich Backa Racka im Traum an einen lange vergessenen Zauberspruch erinnert, kehren ihre magischen Fähigkeiten zurück. Damit beginnt ein turbulentes Abenteuer voller Missverständnisse.

Weder die Polizei noch Doktor Klageviel oder der Gemeinderat wollen der Hexe ihre Kräfte glauben. Stattdessen vermuten sie hinter dem fliegenden Besen moderne Technik und untersuchen die vermeintliche Gefahr mit großem Eifer. Dabei beweist Backa Racka immer wieder, dass sie eigentlich nur Gutes im Sinn hat. Am Ende erkennen die Dorfbewohner ihren Irrtum, und die Hexe wird sogar zur ersten Briefträgerin des Ortes. Dann also doch: Hexe gut, alles gut!

Besonders beeindruckend war die Leistung der jungen Darsteller*innen. Über die gesamte Spielzeit von rund 50 Minuten waren sie durchgehend auf der Bühne anwesend und überzeugten mit bemerkenswerter Konzentration und Bühnenpräsenz. Die Texte saßen sehr sicher, die Rollen wurden mit sichtbarer Freude gespielt und gesanglich zeigte der Chor eine klare und ausdrucksstarke Leistung.

Das geschickte Figurensplitting sowie die Doppelbesetzungen waren dank der durchdachten Kostüme jederzeit gut nachvollziehbar und ermöglichten einen reibungslosen Ablauf. Die fantasievollen Charaktere und die humorvollen Szenen sorgten immer wieder für Lacher im Publikum.

Lediglich an einigen wenigen Stellen wirkte das Stück etwas länger als nötig. Durch kleinere Kürzungen hätte sich das Tempo stellenweise noch etwas straffen lassen. Dieser kleine Kritikpunkt schmälert jedoch den insgesamt sehr positiven Eindruck kaum.

So bleibt am Ende vor allem die Erinnerung an eine engagierte, liebevoll gestaltete und unterhaltsame Aufführung. Der Chor der Grundschule Adenbüttel bewies eindrucksvoll, wie viel Schauspiel- und Gesangstalent sowie Einsatzfreude in den sehr jungen Darsteller*innen steckt, sodass das Publikum nach der Aufführung verzaubert in den Alltag entlassen wurde.

geschrieben von Christian Krüger

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