Rezension zu „Gefangen in der Zeit“

Eine Brücke zwischen den Generationen: Berührend, bildstark und zutiefst bewegend

Wie begegnen sich Jung und Alt, wenn dazwischen Welten aus Vorurteilen und Zeit zu liegen scheinen? Der Wahlpflichtkurs des 8. Jahrgangs der IGS Heidberg hat mit seinem selbstverfassten Stück „Gefangen in der Zeit“ eine Antwort auf der Bühne gefunden, die das Publikum tief bewegt und lange nachhallt. Man munkelt, dass das ein oder andere Tränchen seitens des Publikums geflossen sei.

Die Inszenierung unter der Spielleitung von Jasmin Habel und Elia Görs besticht ab der ersten Sekunde durch ihre enorme visuelle und performative Kraft. Die Schülerinnen und Schüler schaffen es, komplexe und schwere Themen wie das Altern, Kindheitserinnerungen, verblasste Träume und das Sterben in wunderschöne, beinahe poetische Bühnenmomente zu übersetzen. Kraftvolle Tanzeinlagen und berührender Live-Gesang wechseln sich dynamisch ab und geben den emotionalen Zuständen Raum, wo Worte allein vielleicht nicht ausgereicht hätten. Ein besonders starkes, wiederkehrendes Bild boten dabei bunte Luftballons, die als visuelle Anker die Leichtigkeit der Jugend und die Vergänglichkeit der Zeit symbolisierten.

Das emotionale Herzstück der Performance war jedoch die einjährige Kooperation mit einer Seniorenresidenz. Die Jugendlichen haben echte Kontakte geknüpft und erfahren, was Pflege bedeutet. Durch berührende Audiocollagen und Videoinstallationen wurde die ältere Generation virtuell und stimmlich mitten in das tänzerische Geschehen geholt.

Fazit: Dem Ensemble ist ein gestalterisch reifes, zutiefst empathisches Gesamtkunstwerk gelungen. Ein absolut verdienter Applaus für diese herausragende und bewegende Leistung!

geschrieben von Antonia Bührig

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