Rezension zu „Fast & Foodies“

Fast & Foodies – Definitiv ein sehr unterhaltsames Menü

„Fast Food – schnell gemacht, schnell gegessen, schnell vergessen.“ Dass dies auf die Inszenierung Fast & Foodies des Grundkurses 12 der Ricarda-Huch-Schule unter der Leitung von Matthias Geginat keineswegs zutrifft, wurde dem Publikum an diesem Abend eindrucksvoll bewiesen. Statt schnell vergessen zu werden, servierten die Spielenden ein abwechslungsreiches Theatermenü, das durch Witz, Kreativität und allerlei Überraschungen überzeugte.

Als Entrée wurde dem Publikum eine typische Szene an einem Drive-in-Schalter präsentiert. Im Mittelpunkt stand dabei eine engagierte und bemerkenswert geduldige Mitarbeiterin von Fast & Foodies, die selbst den unfreundlichsten Kunden mit professioneller Gelassenheit begegnete. Erst als ihre Geduld an Grenzen stieß, gönnte sie sich eine wohlverdiente Raucherpause. Die Spielerin reagierte gut auf die Kundenaudios und sorgte bereits zu Beginn für Lacher im Publikum.

Inhaltlich bot die Inszenierung eine bunte Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und überspitzter Darstellung. Eindrucksvoll war etwa eine Szene, in der Sportler im Kontrast zu überzeichnet dargestellten „Fetten“ in ihrer jeweiligen Morgenroutine gezeigt wurden. Mit ihrer bewusst übertriebenen Körperlichkeit lieferten sich die Figuren absurde Battles in Form von unterschiedlichen Brotdosen gefüllt mit Reis und Hühnchen gegenüber Döner oder Beschimpfungen, wie „ihr Fettklöpse“, „ihr Hantelclowns“, ihr „Wabbelwikings“ oder „ihr Schweißaffen“, die quer über die Bühne flogen. Die kritische Auseinandersetzung mit Körperbildern, Vorurteilen und gesellschaftlichen Erwartungen wurde mittels dieser komischen Effekte sehr deutlich.

Es folgten weitere Menüpunkte, wie eine spirituelle Meditation, in der allseits bekannte Fastfood Ketten, wie KFC, Burger King, Subway, Haus des Döners und viele mehr angebetet und zelebriert wurden. Zwei Folgen einer selbstausgedachten Doku namens „Milla entdeckt die Welt“, welche die Kritik an der Abholzung des Regenwaldes und Massentierhaltung zum Ausdruck brachten. Der Einblick in Fastfood an sich, welches sich in einer Szene Sorgen darüber macht, ob es gegessen wird oder vergammeln muss. Und die Nebenwirkungen von Fastfood, die in Person auftraten und von einer sehr lustigen Ärztin erklärt wurden. „Fließt in ihren Venen eigentlich Ketchup oder Blut?“ und „Ihr Körper ist aber kein Tempel mehr!“ sind nur zwei der witzigen Textpassagen dieser Szene. 

Gelungen war auch die atmosphärische Gestaltung des Abends. Typische Geräusche aus Fast-Food-Restaurants – allen voran das bekannte Piepen von McDonalds – holten das Publikum direkt ab. Ergänzt wurde dies durch eine passende musikalische Untermalung, die die einzelnen Szenen wirkungsvoll unterstützte und für einen stimmigen Gesamteindruck sorgte.

Insgesamt gelang es dem Kurs immer wieder, zwischen Albernheit und Ernsthaftigkeit zu wechseln, ohne dass die Inszenierung dabei ihre Leichtigkeit verlor. Die Darstellerinnen und Darsteller überzeugten durch Spielfreude, Präsenz und Mut für Übertreibungen. Die verschiedenen Szenen wurden dem angekündigten „bunten Menü“ voll und ganz gerecht. 

Fast & Foodies war damit weit mehr als eine Aneinanderreihung komischer Szenen. Der Grundkurs 12 präsentierte ein rundum gelungenes Paket, das zeigte, dass Fast Food zwar schnell konsumiert wird – gutes Theater jedoch lange nachwirken kann.

geschrieben von Franziska Baumgartner

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