Rezensionen zu „Du bist anders!“

Eigentlich ist doch jeder ein bisschen anders, oder? 

Im Stück „Du bist anders“ vom Profilkurs Darstellendes Spiel, Jg. 10 des Gymnasiums am Fredenberg Salzgitter, stellen die Schüler:innen die brutale Dynamik von Ausgrenzung durch Mitmenschen auf die Bühne. 

Mit dem Gefühl eines klassischen Highschool-Teeniefilms lernen wir Annalena kennen, die nach 15 Jahren vom Homeschooling in eine normale Schule wechseln soll. Dabei hat sie Angst. Angst, wieder durch ihr Anderssein ausgegrenzt zu werden. Angst, erneut Hass entgegengebracht zu bekommen. Angst, wieder in der ihr so bekannten Ecke alleine zu stehen und der Sonderling zu sein.

„Dein Gesicht sieht aus wie ein Rührei“

„Musst du nicht auf eine Sonderschule?“

„Du siehst aus wie das Monster unter meinem Bett“

Wie umgehen mit solchen Reaktionen? Wegträumen in eine andere Realität? Wegrennen? Jemand sein, der man eigentlich nicht ist?

Zusammen mit einer bald gefundenen Freundin gelingt es Annalena in der Schule zurechtzukommen. Selbstbewusstsein aufzubauen und das Anderssein als Stärke aufzugreifen. Doch dann kommt es zur doch so ersehnten Halloweenparty und alles läuft aus dem Ruder….

Dem DS Profilkurs gelingt es mit den minimalsten Mitteln an Bühnenbild und Requisit Spielräume der Geschichte für die Zuschauer:innen zu eröffnen. So wird das ausverkaufte kleine Haus zur Wegbegleiterin von Annalena, für die mitgefiebert wird. Besonders persönlich sind die dazwischen eingestreuten Spots, in denen auch die anderen Figuren von ihrer Individualität erzählen, die aus Angst vor Ausgrenzung häufig versteckt bleibt. Das, besonders an diesen Stellen, ruhige und konzentrierte Publikum, zeugt davon, dass genau an diesen Stellen Identifikation mit den Figuren stattfindet.

Vereinzelt geht diese Konzentration verloren, da die Dynamik und die Präsenz der Spieler:innen bei sich wiederholenden Szenenelementen abnimmt. Gerade weil der Zuschauer so sehr mitfiebert, wirkt zudem der Schluss mit der Lösung von Annalenas Katastrophe auf der Halloweenparty etwas flach. Hier hätten persönliche Äußerungen der Mobber:innen die Reflexion des Themas und die Aussage des Stückes noch etwas mehr unterstützen können. 

Und was bleibt nun übrig? Der Wunsch nach Mut, sich so zu zeigen, wie man ist. Der Wunsch nach Akzeptanz und Toleranz, um mit der entstehenden Vielfalt gemeinsam viel besser leben zu können. Gerade in Zeiten von Hate Speech und der wachsenden Digitalität, ist es dem Kurs gelungen, ein für die Zuschauer:innen hochaktuelles Thema auf die Bühne zu bringen und zu verhandeln. 

geschrieben von Franziska Teine

 

Du bist anders!

Die Schüler des Profilkurses Darstellendes Spiel der 10. Klasse am Gymnasium am Fredenberg brachten das Stück „Du bist anders!“ auf die Bühne und schufen damit eine beeindruckende und einzigartige Reflexion über Einzigartigkeit, Akzeptanz und Kameradschaft. Mit bemerkenswerter Courage und einer gewissen Ernsthaftigkeit thematisierten die Schüler das Problem des Mobbings und dessen Auswirkungen, was das Publikum tief bewegte. 

Die Aufführung unterstrich, dass jeder Mensch auf seine Weise besonders ist und diese Vielfalt in den unterschiedlichsten Formen zum Ausdruck kommt – sei es durch sexuelle Orientierung, Intelligenz oder äußeres Erscheinungsbild. Es wurde verdeutlicht, dass jeder Mensch seine eigenen Unsicherheiten hat, selbst wenn diese nicht immer offensichtlich sind. Doch gerade diese Vielfalt und das „Anderssein“ sollten respektiert und akzeptiert werden. Besonders eindrucksvoll war die Darstellung der Protagonistin Annalena, die von ihren Mitschülern als „anders“ wahrgenommen wird, aber dennoch eine einfühlsame und überzeugende Präsenz zeigte. Obwohl einige längere Szenen die Handlung etwas in die Länge zogen und die Spannung zeitweise unterbrachen, gelang es den jungen Darstellern dennoch, mit authentischen Charakteren und einer tiefgründigen Botschaft zu überzeugen. Halloween diente dabei als stimmungsvolle Kulisse und verstärkte das Thema auf spielerische Weise, indem Masken als Metapher für die verborgenen Facetten der menschlichen Identität verwendet wurden.

Besonders hervorzuheben ist der Mut der jungen Schauspieler, sich zu präsentieren und ein gelungenes Theaterstück mit einer bedeutenden Botschaft über Besonderheit auf die Bühne zu bringen.

geschrieben von Melissa, Wilhelm-Bracke-Gesamtschule 11. Jahrgang

 

Sind wir nicht alle anders?

Das Stück „Du bist anders“, entwickelt und vorgestellt durch den DS Profilkurs Jg. 10 des Gymnasiums am Fredenberg Salzgitter, behandelt die Integration von Annalena in eine normale Schule, nachdem sie in ihren ersten 15 Lebensjahren ausschließlich zu Hause unterrichtet wurde.

Zu Beginn des Stückes lernen wir Annalena und den Grund für ihr Anderssein kennen. Danach werden wir relativ schnell in die Angst und den Konflikt, welcher sich in Annalena befindet, geworfen. Dieser wird sehr schön durch zwei Gruppen im Hintergrund (während Annalena im Vordergrund steht) dargestellt. Dabei spielt die eine Gruppe ihre positiven Gedanken, welche ihr sagen, zur Schule zu gehen, und die andere Gruppe repräsentiert ihre Ängste vor Ausschluss und Mobbing. Die Szene endet, indem die positiven Gedanken eine Art Schlacht mit den negativen Gedanken gewinnen. Es folgt ihr erster Schultag, in welchem jede Person in dem Stück einen negativ behafteten Satz zu ihr sagt, wodurch die Szene ein wenig langgezogen wird, was zum kurzzeitigen Verlust der Aufmerksamkeit des bisher sehr ruhigen Publikums führt. Gefolgt wird die Szene von der ersten Musikeinlage, wobei ich sagen muss, dass die Musik auch in folgenden Einlagen für meinen Geschmack etwas zu laut war. Im Anschluss lernen wir in einer sehr gut choreografierten Szene, welche den Unterricht widerspiegelt, Annalenas Mobberin kennen. Sie hebt sich durch eine Lederjacke hervor, während der Rest der Gruppe hellblaue Hosen und weiße Oberteile trägt, wodurch sie erstmal alle gleich wirken. Später lernen wir jedoch durch im Vorhinein sehr gut aufgenommene Monologe einzelne Charaktere näher kennen und erfahren ihre individuellen Probleme und Unterschiede, wodurch sehr klar gezeigt wird, dass nun mal jede Person anders ist. Im Verlaufe des Stückes lernt Annalena dann eine Freundin kennen, mit welcher sie sich sehr gut versteht. Das Stück steuert daraufhin immer weiter auf die Halloweenparty und damit den Höhepunkt des Stückes zu. Durch bunte, aber dennoch düstere Lichter, eine Nebelmaschine und unterschwellige, ebenfalls düstere Musik sowie die Masken, welche die Darsteller tragen, wird hier erfolgreich eine düstere und spannende Atmosphäre geschaffen, welche sich meiner Auffassung nach durch das ganze Publikum gezogen hat. Getarnt als „Ghost Face“ schleicht sich Annalena unter ihre Mobberinnen und bekommt mit, wie ihre neu gewonnene Freundin vor den Mobberinnen behauptet, der Direktor habe sie dazu gezwungen, mit Annalena befreundet zu sein. Als Annalena nach Hause stürmt, wird durch das Ignorieren ihrer Eltern und Geschwister sowie einen einzelnen auf sie gerichteten Lichtstrahl verdeutlicht, wie verletzt und allein sich Annalena durch diesen Zwischenfall fühlt. Schließlich werden Annalena und ihre Freundin gegenübergestellt und der Rest der Darsteller*innen steht hinter Annalena und ihrer Freundin, dabei repräsentieren sie die Gedanken, die beide haben. Hierbei sind die einzelnen Darsteller*innen aus der Reihe ausgetreten und haben durch das Aussprechen eines Gedankens die beiden näher zusammengebracht. Hierbei ist ein kleiner Patzer passiert, in dem zwei Personen gleichzeitig aus der Reihe gekommen sind, was aber nicht weiter dramatisch war. Durch das Aufzählen der Gedanken werden die zwei Personen immer weiter zusammengeführt, bis sie schließlich direkt voreinander stehen und sich versöhnen.

Insgesamt ist das Stück meiner Meinung nach, bis auf ein zwei nicht wirklich erwähnenswerte Patzer, sehr gut gelungen und die Message, dass das Anders-sein an Menschen etwas Gutes ist, was gefeiert statt ausgeschlossen werden sollte, sehr eindeutig im Publikum, welches fast durchgehend gespannt und konzentriert zugeschaut hat, angekommen, nicht zuletzt durch gut gewählte Musikeinlagen, Licht-Effekte und natürlich eine wirklich gute Performance der Darsteller*innen. Ich habe großen Respekt vor dem DS-Profilkurs dafür, dass sie sich mit einem so wichtigen Thema so selbstsicher auf die Bühne begeben haben.

geschrieben von Tristan von der Henriette-Breymann-Gesamtschule

 

Jeder Mensch ist anders, auch du.

Jeder Mensch besitzt einzigartige Eigenschaften, die ihn von anderen abheben und zur eigenen Identität beitragen. Doch was passiert, wenn jemand einfach nur dazugehören möchte? Diese Frage beleuchtet das Theaterstück „Du bist anders“ des Profilkurses Darstellendes Spiel, Jg. 10 des Gymnasiums am Fredenberg Salzgitter, welches ich während der Schultheaterwoche in Braunschweig gesehen habe.

Das Stück erzählt die Geschichte von Annalena, einem Mädchen, das nach zahlreichen lebensrettenden Operationen mit vielen Narben im Gesicht lebt. Sie empfindet sich selbst als hässlich und anders. Nach 15 Jahren Homeschooling beginnt Annalena die Schule, fühlt sich jedoch allein, wird ausgeschlossen und gemobbt. Sie findet aber in ihrer Klassenkameradin Jacqueline eine Freundin, doch an Halloween, als alle maskiert sind, spricht Jacqueline schlecht über Annalena, um sich selbst besser darzustellen. Annalena hört dies, ist zutiefst verletzt, aber Jacqueline entschuldigt sich aufrichtig. Annalena akzeptiert die Entschuldigung und erkennt, dass Anderssein etwas Positives sein kann.

Im Verlauf des Stücks treten Hintergrundfiguren immer wieder, sowohl metaphorisch als auch wortwörtlich, ins Rampenlicht und halten Monologe über ihre eigenen Gefühle des Andersseins und warum sie dies als negativ empfinden. Besonders bemerkenswert war ein Monolog, bei dem die vierte Wand durchbrochen und direkt zum Publikum gesprochen wurde. Ein unerwarteter Moment, der meine Aufmerksamkeit fesselte.

Weitere Momente, die ich sehr interessant fand und die mir im Kopf geblieben sind, waren, wenn chorisches Sprechen und Bewegen zum Einsatz kamen. So wurde beispielsweise ein innerer Konflikt so dargestellt, dass die Schauspieler*innen sich in zwei Reihen parallel gegenüberstanden und die positiven oder negativen Gedanken den inneren Konflikt wiedergaben. Ähnlich wie ein Teufel und ein Engel auf den Schultern, welche jemandem in das Ohr flüstern.

Die Beleuchtung unterstützte das Stück wirkungsvoll, indem sie gezielt den Blick des Publikums lenkte, beispielsweise durch einen Scheinwerfer-Spot. Die farbliche Beleuchtung passte stets zu den Emotionen, welche auf der Bühne dargestellt wurden.

Die Motivation der Schauspieler*innen war insgesamt hoch, nur bei einigen wenigen hätte ich mir etwas mehr Motivation gewünscht. Dies beeinträchtigte jedoch nicht das Zusammenspiel der Schauspieler*innen.

Manche Szenen wurden durch Musikeinlagen von Liedern aus dem Off verstärkt. Die Songwahl war passend, nur die Lautstärke der Musik war auf meinem Platz zumindest etwas zu laut.

Die Kostüme waren schlicht gehalten. Jeder trägt hellblaue Jeans und ein weißes Oberteil. Die Figuren unterschieden sich durch spezifische Accessoires, wie eine Tasche bei Annalenas Mutter oder eine Krawatte bei ihrem Vater. Annalena war durch rote Markierungen im Gesicht erkennbar, die ihre Narben darstellten. Diese Kostümwahl verdeutlicht, dass jeder Mensch, obwohl er ähnlich erscheinen mag, individuelle Merkmale besitzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Du bist anders“ ein empfehlenswertes Theaterstück ist. Mit einer Dauer von 45 Minuten hat es eine angenehme Länge und regt zum Nachdenken über sich selbst und die Gesellschaft, in der wir leben, an.

geschrieben von Tim von der Henriette-Breymann-Gesamtschule

Entdecke mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close