Rezension zu „Generation Hoffnungslos? Zukunft 2.0“

Zukunft schwarz oder Zukunft pink?

Eine Generation im Konflikt zwischen Endzeitstimmung und dem Wunsch nach Veränderung

Was bewegt unsere junge Generation? Die Generation, die in Zukunft alle Konsequenzen tragen muss, die heute schon in Pakete verpackt auf ihren Versand warten.

Denn auch heute tragen sie schon viel Last, was mit etlichen Paketen voll KI-Ballast, Leistungsdruck und Erwartungshaltungen eindrücklich zu Beginn des Stückes der Oberschule Lehre gezeigt wird. Da stehen sie nun und müssen ihn tragen. In der Inszenierung wird deutlich, dass unsere Jugendlichen überrollt werden von digitalen Tools und Ablenkungen, die ihnen Freiheiten, aber auch Verantwortungen aufladen, die nur schwer zu händeln sind, weil die Auswirkungen in der Zukunft noch nicht abzusehen sind. Aber nicht nur die massiven Auswirkungen von Digitalem werden thematisiert, sondern auch aktuelle Entwicklungen von Gewaltauswirkungen und einer angeheizten gesellschaftlichen Gesamtstimmung, derer sich einige hingeben und die Opfer fordert. Auf die Spitze treibt es die Gruppe immer wieder, indem sie utopische Szenarien von einer zerstörten Umwelt, in der jeder ums Überleben kämpft, bis hin zu einem Berlin zeigt, welches unter einer Hitzeglocke dahinschmilzt und halb zerstört scheint und nur noch als Ausflugsziel ab 18 Jahren besucht werden kann.

Beklemmt fühlt es sich als Zuschauer an, diese Zukunftsaussichten ertragen zu müssen. Traurig macht es einen, zu sehen, welch furchtbare Zukunftsvisionen in den Köpfen unserer Jugendlichen schon jetzt entstehen.

Und trotzdem versuchen sie Positives zu erdenken, machen einen klaren Vorschlag, dass die Weltkonferenz INA, geführt von Frauen, nicht gegeneinander, sondern im Miteinander und mit konstruktiven Ideen des Teilens und sich gegenseitig Wahrnehmens das Potenzial für eine bessere Welt und Zukunft sieht. Ein kleiner Seitenhieb ans derzeitige politische Patriarchat lässt sich hier herauslesen, da sie sich fragen, warum das die Männern vorher denn nicht hinbekommen haben. Schaut man aktuell in unsere Politik, muss man sagen: Zu Recht gefragt! Oder am Ende einfach den Wunsch nach einer Zukunft Pink haben, in der mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit uns alle stärken würde.

Auch wenn man sich als Zuschauer gewünscht hätte, dass die SpielerInnen auf der Bühne ihren Text vielleicht besser auswendig gesprochen hätten, um so mehr Spielfreiheit zu haben, oder auch an den fließenden Übergängen noch ein bisschen gearbeitet worden wäre, stehen da über 40 junge Menschen, die eine der wichtigsten Botschaften unserer Zeit senden:

Wir sind jung, aber wir sehen die Probleme. Wir wissen, dass wir die Folgen von unbedachtem, politischem Handeln werden tragen müssen. Aber wir sind auch hier und wünschen uns, dass es besser gemacht wird, für alle von uns, denn auch wenn wir unterschiedliche Sprachen sprechen, verstehen wir uns dennoch, weil wir miteinander sprechen.

Eine große Botschaft wurde uns Erwachsenen hier mitgeteilt und wir sollten den Jugendlichen, von den kleinen Fünftklässlern bis hin zu den schon bald die Schule verlassenen Zehntklässlern, genau zuhören, denn die Zukunft geht uns irgendwie doch alle an und vor allem liegt sie in unseren Händen.

Danke, dass ihr eure Ängste und Zukunftsperspektiven mit uns geteilt habt!

geschrieben von Jasmin Habel

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