Rezension zu „Geld. Macht. Revolte“

Geld. Macht. Revolte. – Ein beeindruckendes Plädoyer für Menschlichkeit und Widerstand

Mit „Geld. Macht. Revolte.“ präsentiert der Profilkurs Darstellendes Spiel des 10. Jahrgangs des Gymnasiums am Fredenberg ein bemerkenswertes Stück, das aktuelle gesellschaftliche Fragen mit historischen und literarischen Bezügen verbindet. Ausgehend von Motiven der bekannten Serie Haus des Geldes setzt sich die Inszenierung kritisch mit Macht, Unterdrückung und Ungerechtigkeit auseinander und verhandelt diese Themen konsequent immer wieder auch aus einer jugendlichen Perspektive.

Dabei gelingt es den Schüler:innen unter der Leitung von Sebastian Schrader weit über eine bloße Gesellschaftskritik hinauszugehen. Immer wieder werden Bezüge zu historischen Momenten des Widerstands (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!) sowie zu Werken des dramatischen Kanons wie Büchners Dantons Tod und Heiner Müllers Hamletmaschine hergestellt. Die Frage nach dem Widerstand gegen bestehende Machtstrukturen zieht sich wie ein roter Faden durch das Stück. Doch das Stück verfällt dabei nie in Hoffnungslosigkeit. Im Gegenteil: Es entwickelt eine klare Botschaft: Das Aufbegehren gegen Ungerechtigkeit darf nicht verstummen, denn es gibt stets Momente der Hoffnung und Vieles, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Besonders eindrucksvoll ist die wiederkehrende Auseinandersetzung mit dem Begriff der Menschlichkeit. Was brauchen wir Menschen, um respektvoll und solidarisch miteinander zu leben? Wie können wir verhindern, erneut in Macht- und Abhängigkeitsstrukturen zu verfallen? Und regiert Geld tatsächlich die Welt? Diese Fragen werden nicht mit einfachen Antworten abgehandelt, sondern kontrovers zur Diskussion gestellt.

Die Darsteller:innen überzeugen durch große Präsenz, Ausdrucksstärke und ein bemerkenswertes Zusammenspiel als Ensemble. Besonders die zahlreichen chorischen Passagen entwickeln eine enorme Wirkung. Das gemeinsame Sprechen schafft starke Verdichtungen, verleiht den Gedanken Nachdruck und sorgt für einige der eindrucksvollsten Momente der Darbietung. Hier zeigt sich die Kraft des Kollektivs sowohl inhaltlich als auch ästhetisch.

Auch die Bildsprache der Inszenierung beeindruckt. Viele choreografische Sequenzen erzeugen eindringliche Szenenbilder, die lange nachwirken. Die Verbindung von Bewegung, Sprache und Raum gelingt überzeugend und schafft immer wieder starke theatrale Bilder. Unterstützt wird dies durch eine sehr stimmige Lichtgestaltung und eine treffende Musikauswahl – beides von den jungen Technikern souverän und wirkungsunterstützend ein- und umgesetzt. (Großes Lob!)

„Geld. Macht. Revolte.“ ist ein mutiges, kluges und engagiertes Theaterstück, das zeigt, wie intensiv sich junge Menschen mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Der Profilkurs Darstellendes Spiel des 10. Jahrgangs hat eine Aufführung gezeigt, die zum Nachdenken anregt und zugleich künstlerisch überzeugt.

geschrieben von Lisa Degenhardt

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