Rezensionen zu „Gestern – Morgen – Heute“

Wer bestimmt meinen Weg? Wohin führt meine Zukunft? Mit diesen und anderen Fragen über das Gestern, Heute und Morgen beschäftigten sich die Spielerinnen des Darstellenden-Spiel-Kurses des Hoffmann-von-Fallersleben-Gymnasiums Braunschweig.

Besonders beeindruckt hat die Gruppe durch ihre präzisen und oft synchronen Bewegungen aus dem Tanztheater. Sehr ausdrucksstark haben sie die Elemente Sprache und Tanz variiert und haben sich in biographischer Form den Sinnfragen des Lebens gestellt. So erscheint ihnen die Zukunft einerseits klar und strukturiert und dann doch wieder wie eine Suppe aus Nebel.

Requisiten wurden nur minimalistisch eingesetzt. So diente ein roter Sessel als Ruhepol, von dem aus die Spielerinnen ihr Plädoyer zu Themen wie Zukunft, Erwartungen oder Freizeit in authentischer Weise preisgaben. Die wirklich persönlichen Gedanken wurden stets tänzerisch mit eindrucksvollen Choreographien untermalt. Die Spielerinnen waren durchgehend präsent und man spürte förmlich ihre Freude am Darstellen.

Sprachlich und tänzerisch lassen die zehn Spielerinnen die Zuschauer*innen an ihrer Identitätsfindung, ihren Wünschen sowie Zukunftsängsten teilhaben. Interessant ist der Einsatz eines Puppenspielers, der seine Marionetten stets von den Verlockungen zurück zum Ernst des Lebens führen möchte.

Diese Inszenierung braucht kein aufwendiges Bühnenbild. Der Zuschauer wird durch das harmonische Zusammenspiel der Gruppe von den Eingangsfragen zur Zukunft bis hin zu ihrer Beantwortung am Schluss getragen. Diese Rahmung ist der rote Faden, der sich durch das Stück zieht.

Was wird morgen? Sehr eindrücklich endet das Stück mit der Antwort: Freitag! Eine gute Antwort, denn der Tod kommt, wenn er kommt.

Melanie Abratis

 

Wo gehe ich hin? Was werde ich erleben? Welchen beruflichen Weg schlage ich ein? Durch teilweise sehr persönliche autobiographische Fragestellungen und teilweise eher grundsätzliche Themen wie dem Erleben von Erwartungsdruck oder der Vereinbarkeit von Beruf und Privatem beschäftigten sich die Schülerinnen des Gymnasiums Hoffmann-von-Fallersleben aus Braunschweig in ihrem Stück „Gestern – Morgen – Heute“ mit relevanten persönlichen Zukunftsfragen und der richtigen Balance zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Die künstlerische Umsetzung beschränkt sich hierbei auf wenige sehr intensive Textpassagen und ausdrucksstarke Tanzszenen, die geprägt sind von einer großen Körperlichkeit und Synchronität zwischen den Tänzerinnen. Das Stück bezieht seine Wirkung insbesondere aus diesen Momenten.

Entsprechend kommt das Stück mit einem sehr minimalistischen Bühnenbild aus. Ein roter Sessel mit Leselampe dient als Ankerpunkt und bietet den Darstellerinnen die Möglichkeit, die Zuschauer*innen mit passenden sprachlichen Anteilen auf die tänzerische Umsetzung der Themen Zukunft, Erwartungen, Arbeit und Freizeit vorzubereiten.

Die Schülerinnen erzeugen eine sehr authentische Atmosphäre, da sich die Fragestellungen auch konkret auf das Leben der Personen beziehen: „Was passiert nach dem Abi?“, „Wo werde ich leben?“, „Wann sterbe ich?“

Das Spannungsverhältnis zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird so gut aufgegriffen. Wieviel Raum sollte ich der jeweiligen zeitlichen Dimension in meinem Leben einräumen, ohne zu sehr im Gestern zu hängen oder auch nicht für die Zukunft zu planen?

Leider ist die Antwort auf diese Frage nicht immer einfach, aber wenn eine gute Mischung gelingt, können persönliche Zukunftsfragen leichter beantwortet werden.

Dieses zeigt auch der gelungene Schlusspunkt des Stückes: „Was wird morgen sein? – Freitag!“

Kristin Abeln

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