Rezension zu „Leben im All – eine Reise durch die Galaxie“

Ein magischer Vormittag – zum Weinen schön!

Die strahlenden Sternschnuppen warten bereits auf ihre Zuschauer*innen, die allmählich ihre Plätze einnehmen. Sie sitzen auf der Bühne verteilt und schlafen und sind dabei ganz konzentriert. Sie sind mit gelben Umhängen, gelben Kronen und Sonnenbrillen geschmückt und sitzen inmitten der Galaxie. Diese wird durch einen Sternenhimmel, eine Sonne samt Thron und eine große runde Weltkugel dargestellt. Das Bühnenbild und die Kostüme sind sehr liebevoll und aufwendig gestaltet und bilden ein starkes Anfangsbild. Den Auftakt und die Rahmung bilden zwei Erzählerinnen, die beginnen, aus dem Buch „Leben im All – eine Reise durch die Galaxie“ vorzulesen.

Das Stück behandelt das bunte Leben der Bewohner*innen im All. Dabei lernt das Publikum die Sternschnuppen, die Protagonisten des Sonnensystems wie die Sonne, den Mars, die Venus, den Pluto, den Kometen XXL (den Schnellsten von allen) und das schwarze Loch kennen.

Die Dramaturgie entsteht durch 14 rockige Songs von Gerhard A. Meyer, welche allesamt sehr zum Mitsingen anregen. Die einzelnen Songs werden von den Schüler*innen zum Teil im Chor und zum Teil einzeln performt. Dabei treten die Bewohner*innen im All sehr selbstbewusst auf und haben sehr ausdrucksstarke und schöne Stimmen. Jeder Charakter trägt dabei sein eigenes, individuelles und ausgefallenes Kostüm, welches ihn besonders macht. Auch das Bühnenbild ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern wird von den Akteuren spielerisch genutzt. Die beiden Sonnenkinder bespielen ihren Sonnenthron und die Erdkugel wird über die Bühne gerollt.

Die Auswahl des Stückes ist für das Alter der Schüler*innen sehr gut geeignet und wird von der Spielleitung (Kathinka Isbruch-Thiel und Thomas Gottschlich) glanzvoll umgesetzt. Jede einzelne Minute ist perfekt geprobt und strukturiert, der Bühnenraum und das Bühnenbild werden gut ausgenutzt. Die Choreografien zu den Liedern sind sehr aufwendig, die Lieder sind toll gesungen, die Dialoge pfiffig und gut vorgetragen. Auch verfügen die Schüler*innen über eine großartige Präsenz, welche das Stück noch spannender macht. Der Chor ist außerdem nicht monoton, sondern sehr experimentierfreudig. Es wird geflüstert, chorisch gesprochen und auch Loops kommen zum Einsatz.

Die gesamten 45 Minuten des Musicals sind ein wahres Erlebnis und ein Highlight. Am schönsten sind die Kommentare der Eltern, die so stolz auf ihre Kinder sind und denen ich mich am liebsten anschließen möchte, da die Kinder allesamt engelsgleich singen und so brav sind, dass mir vor Rührung fast die Tränen kullern.

Seien es nun die Kostüme, das Bühnenbild oder die Spielfreude aller Beteiligten – in mehrfacher Hinsicht  wird der große Aufwand deutlich, den das Ensemble erbracht hat und mit welchem dem Publikum ein magischer Vormittag bereitet wurde. Die ganze Mühe wird am Ende mit tosendem Applaus belohnt und mit der Zugabe des Abschlusssongs „Beim Träumen unterm Himmelszelt“ abgerundet.

Stella Marie Wörner

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